Starke Niederländerinnen auf dem Weg zum Turniersieg

07.01.2011

Nachdem sie am ersten Spieltag gegen Polen noch unter ihren Möglichkeiten agierten und nur knapp mit 65:62 gewinnen konnten, wurden die Niederländerinnen ihrer Favoritenrolle am Freitag eindrucksvoll gerecht und besiegten in Tamm vor über 300 Zuschauern die deutsche Mannschaft deutlich mit 90:51 (48:24). Zuvor hatte sich Polen bereits mit 70:47 (34:28) gegen Rumänien durchgesetzt. Am Samstag findet nun der Abschlussspieltag in Ludwigsburg statt.

Wie bereits am Vortag in Marbach fanden die vier jungen Nationalteams auch in Tamm wieder eine für sie ungewohnt starke Zuschauerkulisse vor. Erneut über 300 Zuschauer verfolgten den weiteren Verlauf des Girls-4-Nations-Turniers in der Realschulhalle, dessen zweiten Spieltag die Teams aus Polen und Rumänien eröffneten. SpielszeneNach der mehr als unglücklichen Niederlage gegen Holland am Donnerstagabend, als man lange Zeit in Führung lag und am Ende durch einen Wahnsinnsdreier der Niederländerinnen die Segel streichen musste, hatte die Mannschaft aus Polen in der Partie gegen Rumänien zunächst einige Probleme, ihren Rhythmus zu finden. Die Polinnen waren in der Anfangsphase nicht wirklich präsent und schienen noch die verpasste Chance vom Vortag im Kopf zu haben, während das Team um Topscorerin Sonia Ursu einen guten Start erwischte und nach dem ersten Viertel mit 17:11 in Führung ging. Die Rumäninnen kamen jedoch schnell in Foulprobleme, alle vier Leistungsträgerinnen Bianca Blanaru, Oana Baluta, Alina Craciun und zu guter Letzt auch Ursu, die Startformation der Gäste, waren bereits zur Pause mit mindestens drei persönlichen Fouls belastet. Polen konnte daraus Kapital schlagen um die Partie angeführt von Karolina Wilk bis zur Halbzeit zu drehen (34:28).

Auch im dritten Viertel hatten die Polinnen die Oberhand und konnten ihre Führung Stück für Stück ausbauen. Rumänien mühte sich zwar nach Kräften, Polen hatte jedoch längst die Kontrolle übernommen und hielt seinen Kontrahenten souverän auf Abstand. Letztlich fand die Mannschaft von Trainer Gheorghe Mandache nicht wieder zurück ins Spiel und so blieb Polen am Ende verdient mit 70:47 siegreich.

Deutschland kann Favorit Niederlande nicht halten

In der zweiten Begegnung in der Realschulhalle in Tamm empfing die deutsche Auswahl das Team der Niederlande. Die vor dem Turnier als Favorit gehandelten Holländerinnen waren am Vortag nur knapp einer Niederlage gegen Polen entgangen und gingen nach der eher schwächeren Leistung zum Auftakt hoch motiviert in die Partie gegen den Gastgeber. Die DBB-Auswahl hatte in Marbach gegen Rumänien den Kürzeren gezogen und zu Beginn des Spiels scheinbar gehörigen Respekt vor dem Oranje-Team, sodass die Gäste nach fünf Minuten mit 11:0 in Führung gingen. Laura HebeckerLaura Hebecker (Foto) erzielte schließlich die ersten deutschen Punkte und legte wenig später mit zwei Treffern von der Dreierlinie nach, sodass Deutschland die Partie im weiteren Verlauf des ersten Viertels ausgeglichen gestalten konnte und es beim Stand von 25:13 in die zweiten zehn Minuten ging. Hier spielten die Niederländerinnen jedoch ihre physische und athletische Überlegenheit ein ums andere Mal aus, während das DBB-Team erhebliche Probleme hatte, gegen die starke holländische Verteidigung zu guten Wurfversuchen zu kommen. Das Ergebnis war ein weiterer 11-0 Lauf zum Start des zweiten Spielabschnitts, sodass sich die Gäste bis zur Halbzeitpause auf 48:24 absetzen konnten.

Auch im zweiten Durchgang blieb es dabei. Die Niederlande dominierte das Spielgeschehen und konnte immer weiter davonziehen. Deutschland und das Tammer Publikum wurden zwar nicht müde, dagegen zu halten, Holland war jedoch deutlich überlegen und siegte am Ende mit 90:51.

Nach zwei Spieltagen steht Holland mit zwei Siegen alleine an der Tabellenspitze und hat den Turniersieg morgen selbst in der Hand. Die Niederländerinnen treffen in der Ludwigsburger Innenstadtsporthalle um 16.00 Uhr auf die Mannschaft aus Rumänien, ehe das deutsche Team das dritte Girls-4-Nations Turnier um 18.30 Uhr gegen Polen beschließen wird.

Ergebnisse 2. Spieltag (Tamm):

16.30 Uhr: Rumänien vs. Polen 47:70 (17:11; 11:23; 8:18; 11:18)

19.00 Uhr: Deutschland vs. Niederlande 51:90 (13:25; 11:23; 12:26; 15:16)

Tabelle 2. Spieltag (Tamm):

1. Niederlande 4 Punkte + 42 Körbe

2. Polen 3 Punkte + 20 Körbe

3. Rumänien 3 Punkte  - 15 Körbe

4. Deutschland 2 Punkte - 47 Körbe

Statistik 2. Spieltag (Tamm):

Rumänien: Ursu (13, 7 Rebounds, 5 Steals), Craciun (13, 6 Rebounds, 2 Blocks), Pal (6), Baluta (5, 5 Rebounds), Blanaru (4), Ardelean (2, 5 Rebounds), Moraru (2), Dumitrache (2), Domokos (0), Grigore (0), Usurelu (n.e.), Nagy (n.e.)

Polen: Wilk (16, 5 Rebounds), Blicharz (15), Wolanska (9, 8 Rebounds), Owczarzak (7, 5 Rebounds, 4 Steals), Skrzecz (5), K.Jaworska (5), Szybala (5, 6 Rebounds, 2 Blocks), Marciniak (4, 7 Rebounds), Labuz (2), Czarnodolska (2), B.Jaworska (0), Rudzinska (0)

Deutschland: Hebecker (19, 6 Assists), Gülich (8, 7 Rebounds), Eder (7), Annawald (5), Dietrich (4), Müller (4), Carthäuser (2), Bradaric (2), Stiller (0), Kucera (0), Mihalyi (0), van der Velde (0)

Niederlande: Kruithof (17, 4 Assists), Essenstam (15, 5 Rebounds), Adams (15), Bettonvil (12, 7 Rebounds, 2 Blocks), Treffers (12, 12 Rebounds, 3 Steals, 2 Blocks), Kallenberg(11, 3 Steals), Hoveling(4), Slim(2), Kathmann(2), van Hulsen(0), van Dongen(0), Duivenbode(0)